100 Jahre Spvgg Rommelshausen
100 Jahre Sportvereinigung Rommelshausem 100 Jahre Sportvereinigung Rommelshausem
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Der Gesamtverein : Sportvereinigung 1973

Vorstand, Ausschuss

1. Vorsitzender: Heinz Huttelmaier / Günter Linge

Heinz Huttelmaier
Heinz Huttelmaier

Günter Linge
Günter Linge

Zahlen Fakten


besondere Ereignisse

65-jähriges Jubiläum

Chronik der Sportvereinigung


aufgeschrieben 1973

1. Die Geschichte des ehemaligen Turnvereins (Verfasser unbekannt)

Im Juli 1907 wurde von turnbegeisterten Einwohnern in Rommelshausen eine Versammlung ins Gasthaus zur Traube einberufen zur Gründung eines Sportvereines. Von den 33 anwesenden Personen entschieden sich 19 für einen Arbeiter- und 14 für einen Deutschen Turnverein. So wurde mit 5 Stimmen Mehrheit ein Arbeiterturnverein gegründet. Der Ausschuss setzte sich wie folgt zusammen:

· 1. Vorsitzender: Gottlob Epple
· 2. Vorsitzender: Fritz Bubeck
· Turnwart: Wilhelm Schaal
· Kasse: Wilhelm Haller
· Schriftführer: Christian Lederer
· Beisitzer: Gotthilf Bubeck

Ausser diesen Ausschussmitgliedern sind als Gründer des Turnvereins noch zu erwähnen:

· Christian Bubeck
· Valentin Sattel
· Ernst Pfund
· Wilhelm Pfund
· Fritz Mangold
· Karl Schneider
· Gottlob Mangold
· Theodor Mangold
· Johann Weidmann
· Fritz Schweitzer
· Fritz Lieb
· Gottlob Bauer

Der Turnbetrieb wurde alsbald aufgenommen. Als Vereins- und Übungslokal war das Gasthaus zum Hirsch ausersehen. Am 5. Januar 1908 konnte der Verein mit einer gut gelungenen Weihnachtsfeier zu erstenmal an die Öffentlichkeit treten. Bald darauf wurden die Vorarbeiten zum 1. Stiftungsfest getroffen, das am 12. Juli 1908 im Langen Garten abgehalten wurde. Da der Turnbetrieb im Saalbau zum Hirsch nicht immer regelmäßig stattfinden konnte, wurde der Ausschuss beauftragt, sich nach einem Bauplatz für eine Turnhalle umzusehen. Am 20. Januar 1910 wurde der 4,41 Ar große Platz hinter dem früheren Gemeindeturnplatz zum Preis von 440 Mark erworben. Schon am 12. Juni 1910 konnte die Turnhalle eingeweiht und ihrer endgültigen Bestimmung übergeben werden. Das Turnen nahm nun einen großen Aufschwung, so dass die Vereinsmusterriegen bei Kreis- und Bezirksmeisterschaften immer beachtlichere Plätze erzielten. Nach einem Beschluss der außerordentlichen Hauptversammlung im Dezember 1912 wurde der Verein beim Amtsgericht in Cannstatt in das Vereinsregister eingetragen. Im Jahr 1913 wurde auch von musikbegeisterten Turnern ein Trommler- und Pfeifferkorps aufgestellt; ein Jahr später erhielt der Verein eine Standarte. Dann kam der verhängnisvolle 2. August 1914, die Mobilmachung. Eine große Zahl der Turner musste in den nächsten Tagen scheiden, um ihrer Militärpflicht Genüge zu leisten. Es fanden sich aber wieder junge Kräfte, die den Turnerbetrieb und das Vereinsleben so gut wie möglich aufrecht erhielten. Der unheilvolle Weltkrieg von 1914 bis 1918 hat große Lücken in den Reihen der Turner gerissen. Durch Kriegseinwirkungen mussten 18 Mitglieder ihr junges Leben dahingeben.

Die Nachkriegsjahre brachten dem Verein einen Aufschwung wie nie zuvor. Im August des Jahres 1920 hatte der Verein 155 Angehörige. Im März 1921 wurde eine Turnerinnenabteilung gegründet. Durch die großen Arbeitslosigkeit waren viele aktiven Turner gezwungen, sich im Ausland, besonders in Argentinien, eine neue Existenzmöglichkeit zu suchen, so dass eine große Zahl aktiver Turner in dieser Zeit dem Verein verloren ging.

Einen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte bedeutet die am 16./17. Mai 1924 durchgeführte Fahnenweihe. Am 10. Juli 1927 feierten der Turnverein sein 20-jähriges Stiftungsfest mit Gerätewettkämpfen bei der Turnhalle. Am 25. Juni 1932 stieg das 25-jähruge Jubiläum, an dem noch 5 Jubilare mit Diplom und silberner Ehrennadel ausgezeichnet werden konnten.

Mit den 3. Reich kam das Ende des Turnvereins. Am 24. Juni 1933 wurde dem damaligen Vorstand Eugen Schneider die Auflösungsurkunde übermittelt.


1933 bis 1945

Die „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten im Jahre 1933 brachte auch für den Turnverein und den Kraftsportverein einschneidende Veränderungen. Zunächst wurden auf höheren Befehl im ganzen Deutschen Reich sämtliche Arbeitervereine aufgelöst und deren Vermögen beschlagnahmt. Der Turnverein musste auch seine Halle samt Vermögen abtreten. Die Gräte fanden später in der neuen Halle wieder Verwendung, die Fahne blieb verschwunden. Auf den 6. November 1933 wurden von der Ortsgruppe der NSDAP die beiden Ausschüsse in das Nebenzimmer des Gasthauses Zum Ochsen eingeladen. Den Anwesenden wurde mitgeteilt, dass auch der Kraftsportverein aufgelöst werden müsse. An die Stelle beider Vereine trat dann die Sportvereinigung. 1. Vorsitzender wurde der bisherige Vorstand des Kraftsportvereins Eugen Sommer, 2. Vorsitzender Emil Mutschler, Leiter der Turnabteilung August Ilg, Leiter der Kraftsportabteilung Fritz Bubeck. Die Verantwortlichen sowie alle Anwesenden waren sich in dieser Sitzung einig, dass die Turnhalle fehl am Platze war. Ein gewisser Lärm war nicht

zu vermeiden, und das passte nicht in ein Wohngebiet. Das erste Ziel des neuen Vereins war es, alles zu versuchen, um zu einem Sportplatz und einer neuen Übungshalle zu kommen. Was bis dahin nicht gelingen wollte, wurde schnell Wirklichkeit. Der Verein erhielt einen Sportplatz und eine neue Übungshalle. In der Vereinsleitung gab es bald eine Änderung. Eugen Sommer, der wegen Arbeitsüberlastung um Entbindung (von seinem Amt) bat, wurde zum Ehrenvorstand gewählt und Fritz Bubeck zum Vorstand. Das Gelände, auf dem auch heute noch der Sportplatz (Hartplatz) angelegt ist, wurde von der Gemeinde von der Hofkammer in Pacht genommen. Gemeinsam mit Spaten und Schaufeln legten die Formationen mit der Sportvereinigung den Platz an. Gleichzeitig rissen die Handwerker die alte Kelter nieder, und nach den Plänen von Architekt Hans Muth wurde eine schöne und helle und dabei zweckmäßige Übungshalle mit Nebenräumen aufgebaut. Im Jahre 1936 wurde die Halle ihrer Bestimmung übergeben. Mit freudiger Dankbarkeit übernahm der Verein Halle und Sportplatz. Die Freude sollte aber nicht ungetrübt sein. Dem Verein fehlte die Jugend. Sie wurde von Partei und Wehrmacht in Anspruch genommen.

alte Turnhalle


Halleneinweihung

1945 - 1947
noch kein Text

Ab 1947 (aufgeschrieben im Jahr 1973)

August Ilg war in keiner beneidenswerten Lage, als er 1947 dann das Amt des 1. Vorsitzenden übernahm und die Sportvereinigung bis 1956 leitete und somit aus der sogenannten schlechten Zeit bis in die bessere Zeit führte. Aber durch sein Wirken trug er viel dazu bei, dem Verein sein heutiges Profil mit zu prägen.

Nachdem 1956/57 Eugen Binder das Amt des Vorsitzenden für ein Jahr als Mitglied der jüngeren Generation übernommen hatte, musste von 1957 bis 1964 mit Eugen Maile wieder ein Senior die Geschicke des Vereins in die Hände nehmen. Die Arbeit von Eugen Maile war jedoch leider durch seine auswärtige Berufstätigkeit beeinträchtigt. Doch war und ist es bis heute noch anerkenneswert, wie er trotz allem dem Verein vorstand und das Schiff auf dem richtigen Kurs hielt.

Eine sogenannte Wachablösung fand dann im Jahre 1964 statt, als Otto Schirmer zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde und mit einer neuen sowie vor allem jungen Mannschaft eine neue Ära begann. Als 2. Vorstand fungierte Karl Dalaker. Beide führten zusammen in den folgenden Jahren unter großem persönlichen Einsatz die nachstehend angeführten Bau Maßnahmen durch. Begonnen wurde bereits 1964, als die Erweiterung und Renovierung der Wirtschaftsräume durchgeführt wurde. Die aus diesen beachtlichen Veränderungen entstandenen Belastungen hat der Verein zwar bis heute noch nicht abgetragen, aber durch enorme Eigenleistungen in erträglichen Grenzen gehalten.

Aber auch Geselliges sowie dem Vereinsleben und –Aufstieg Förderliches kam in keiner Weise zu kurz.

Bereits 1965 wurde dann die Instandsetzung und Modernisierung der Halle in Angriff genommen. Gleichzeitig wurde 1965 die Außenanlage in sehenswerten und einwandfreien Zustand versetzt, sowie die Halle innen neu gestaltet. Der Boden der Halle entsprach der stetig gewachsenen Belastung nicht mehr und somit musste 1965 ein neuer Boden eingebracht werden. Aber noch immer ´war die Halle noch nicht in dem Zustand, mit welchem man zufrieden sein konnte. In den Wintermonaten litt der Übungsbetrieb sehr unter den mangelhaften Heizverhältnissen. So musste man sich trotz finanzieller Schwierigkeiten dazu entschließen, im Jahre 1967 eine neue Heizung zu installieren.

Neben den laufenden Renovierungen wurde dann 1971 noch ein weiterer Nebenraum geschaffen. Mit dieser vorerst letzten Baumaßnahme, welche nur durch den Idealismus weniger Sportkameraden durchgeführt werden konnte, wurde ein kompaktes, vereinseigenes sowie auch vorbildliches Sportzentrum geschaffen, welches heute noch von selten gezeigter Sporteintracht zeugt.

Ein ewig großes Problem stellt die Sportplatzfrage dar. Nachdem 1957 die alte Spielfläche in einen Hartplatz umgewandelt wurde, war zunächst alles eitler Sonnenschein. Doch im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass dies trotz vieler Vorteile, aber auch einiger Nachteile, immer noch keine Ideallösung darstellte. Wurde durch neue Sandschüttungen der Platz für die Fußballer erträglicher, so konnten die Leichtathleten keine Laufwettbewerbe mehr durchführen. Trotz mehrmaliger Sandbelagsänderungen konnte keine brauchbare Lösung gefunden werden. Nach vielen Diskussionen, Anfragen, Versprechungen und beachtenswerten Gegenargumenten konnte sich die Gemeindeverwaltung dazu entschließen, den Bau eines neuen Sportgeländes in die Wege zu leiten.

Begonnen wurde dieses Vorhaben dann durch unermüdlichem Einsatz von Otto Schirmer und Heinz Huttelmaier im Jahre 1972 mit einer von Seiten der SpVgg arrangierten und verpflegten amerikanischen Pioniereinheit. Anfang 1973 sind die Arbeiten nun soweit gediehen, dass mit dem Beginn der sportlichen Betätigungen auf dem neuen Sportgelände Ende 1974 gerechnet werden kann.

Das eigentliche Vereinsleben, das heißt Kameradschaft, Fahrten zu befreundeten Vereinen, ob im Inland oder Ausland, wurde vor allem von den Abteilungen gefördert, aber auch der Verein als solcher trägt seinen Anteil dazu bei. So wurden Verbindungen mit der Türkei, Schweiz, CSSR, u. v. a. geknüpft, aber auch im näheren bzw. weiteren Umkreis der Name der SpVgg gerne mit Stunden des Frohsinns in Verbindung gebracht.

Neben Mitgliederveranstaltungen im großen und kleinen Stil wurde vor allem das 60-jährige Jubiläum 1968 zu einem überwältigenden Ereignis und somit zu einem Meilenstein in der Geschichte der SpVgg bzw der Gemeinde Rommelshausen. Weiter soll hier auch der Beitrag der einzelnen Abteilungen zum Ansehen des Vereines nicht vergessen werden.

Mit Beginn des Jahres 1972 übernahm dann der jetzige 1. Vorsitzende Heinz Huttelmaier die Nachfolge von Otto Schirmer. Mit Heinz Huttelmaier kam auch dieses mal eine Führungsstrukturänderung zum Tragen und mit einer neuen leistungsstarken Führungsmannschaft wird er die Belange der SpVgg zu deren weiteren Gedeihen und Erhaltung des bisher Geschaffenen vertreten. Sie werden dafür Sorge tragen, dass die SpVgg auch in Zukunft den ihr gebührenden Platz in der Gemeinschaft findet.


Einige Bilder aus der Zeit

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